Schoggi-Olympiade

Je nach Schweregrad ist Rheumatoide Arthritis für Patientinnen und Patienten ein täglicher Kampf gegen Schmerzen und Beeinträchtigungen. Oft hält die Wirkung von speziellen Medikamenten nicht über eine lange Zeit an.

 Alltag mit Rheumatoider Arthritis: Trotz Einschränkungen die Lebensfreude nicht verloren

Jährlich im Herbst organisieren die Rheumaliga Schweiz, die Schweizerische Polyarthritiker- Vereinigung und das Gesundheitsunternehmen AbbVie einen Anlass, bei dem zwanglos und in spielerischem Rahmen auf die Probleme einer heimtückischen Krankheit hingewiesen wird: Rheumatoide Arthritis (RA). Für Betroffene werden alltägliche und scheinbar banale Handarbeiten zur Qual. «Deshalb», so Valérie Krafft, Geschäftsleiterin der Rheumaliga Schweiz, «wollen wir regelmässig auf das tägliche Handicap aufmerksam machen und die Palette der Hilfsutensilien zur Vereinfachung verschiedener Handgriffe ständig ergänzen.» Diesmal war man zu Gast bei Peter Brunner, Stubenmeister der Zunftstube der Luzerner Fasnachtsgesellschaft Fidelitas Lucernensis. Das Co-Patronat in der altehrwürdigen Umgebung im Luzerner Rathausturm übernahm diesmal Max Chocolatier. Der Premium-Hersteller handgemachter Schoggi-Spezialitäten ermöglichte sechs von Rheumatoider Arthritis betroffenen Teilnehmerinnen aus der Region einen lockeren Wettstreit rund um die Fertigung, Anrichtung und Verpackung edler Pralinés. Annette Ehrensberger (Kriens), Jaqueline Messner (Hildisrieden), Sandra Köpfli (Abtwil), Deborah Walker (Luzern), Ursula Brunner (Affoltern a.A.) und Lucie Hofmann (Weggis) massen sich in Zweierteams bei der Schoggi- Olympiade an drei Posten. Dabei wurden sie fachkundig betreut von Max Chef- Chocolatier Mathias Frész und seinem Team. Es galt, innert jeweils 20 Minuten die Couvertüre und Garnierung von Giandujawürfeln, das Drapieren von Griottes- Pralinés und das Fertigen von vier Schriftzügen mit flüssiger Schokolade mittels Tüte zu bewältigen. Keine leichte Aufgabe für jemanden, dessen Hände – je nach Schweregrad der Erkrankung – kraftlos sind, ab und zu zittern und beim kleinsten Druck heftig schmerzen. Dr. Voser, Präsidentin der Schweizerischen Polyarthriker- Vereinigung, mahnt: «Das sind Dinge, die man sieht. Das andere sind die Schübe mit völliger Ermattung und chronischer Müdigkeit, die uns das Leben erschweren. Viele haben auch Mühe damit, dass sie von der Gesellschaft einfach in die Schublade für Wertlose gesteckt werden.»

Sozialer Auftrag für Pharmaindustrie

In den meisten Fällen sind Betroffene auf kostspielige Medikamente angewiesen, welche die Häufigkeit von Schüben reduzieren. Dabei ist jeweils auch ungewiss, wie lange sich ein Medikament bewährt. «Denn», wie Dr. Ralph Melzer, leitender Arzt der Rheumatologie am Kantonsspital Luzern, festhält, «es gibt rund 200 verschiedene Krankheitsbilder, deren Behandlungsaussichten umso besser sind, je früher sie erkannt werden. Man muss von Fall zu Fall herausfinden, welche Therapie am besten hilft.» Wer und in welchem Alter betroffen wird, ist eher ungewiss. Sicher ist nur, dass es immer mehr Jüngere trifft.» Hierzu äussert sich Dr. Patrick Horber, General Manager der AbbVie AG: «Wir sind ein Unternehmen, das Medikamente verkauft, das ist richtig. Aber in erster Linie sehen wir unseren sozialen Auftrag darin, die Forschung voranzutreiben, möglichst konkrete Fortschritte zu erzielen, um dadurch den Patienten die bestmögliche Behandlung ermöglichen zu können.»

Entscheidung mit «Zielfilm»

Die als Ehrengast geladene Miss Schweiz, Dominque Rinderknecht, die ebenfalls Patientin ist, durfte bei jedem Team einmal als Joker mithelfen. Trotz der einen oder anderen Schwierigkeit hatten die sechs Frauen und der VIP Gast ihren Spass und nahmen es sportlich, als sie sich mit dem Ergebnis der Jury stellten. Valérie Krafft, Dr. Marlies Voser, Patrik König (CEO Max Chocolatier), Dr. Ralph Melzer und Dr. Patrick Horber hatten Mühe, bei der Bewertung von Kriterien wie Arbeitsweise, Präsentation, Geschicklichkeit und Teamgeist Unterschiede zwischen den drei Teams zu finden. Schliesslich entschied praktisch der «Zielfilm» zugunsten von Sandra Köpfli und Deborah Walker. Sie durften den «Goldenen Löffel» als Symbol-Trophäe für Tapferkeit und Lebensfreude im alltäglichenUmgang mit Rheumatoider Arthritis entgegennehmen. Dabei hatten beide zuvor mit gewissen Tücken zu kämpfen gehabt: Sandra Köpfli spürte wegen der niedrigen Arbeitstische Verkrampungen im Rücken. Und Deborah Walker litt unter Rohstoffknappheit, weil sie ständig am Naschen war. Die beiden anderen Teams fanden sich übrigens gemeinsam auf Platz 2 eines Wettstreits, in dem es ausschliesslich Siegerinnen gab.

Was ist Rheumatoide Arthritis?

Rheumatoide Arthritis ist die häufigste chronisch entzündliche Gelenkserkrankung. Sie verursacht Schmerzen, Schwellungen, Steifigkeit, Funktionsstörungen und starke Müdigkeit. Die Krankheit verläuft über Jahre und in Schüben. Die Entzündungen treten an verschiedenen und wechselnden Stellen auf. Am häufigsten sind die Finger- und Handgelenke befallen, oft in symmetrischer Anordnung. Entzündliche rheumatische Krankheiten gilt es rechtzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln, um Gewebeschäden zu verhindern. Eingesetzt werden z.B. Basismedikamente, die das Immunsystem regulieren und die Entzündung bremsen sowie Kortison, Antirheumatika und biologische Medikamente gegen Entzündung und Schmerzen. Die Schweizerische Polyarthritiker-Vereinigung (SPV) ist die Selbsthilfeorganisation für rund 70 000 Menschen in der Schweiz, die von rheumatoider Arthritis betroffen sind (rund 1 Prozent der Bevölkerung) und Mitglied der Rheumaliga Schweiz. www.arthritis.ch ,www.rheumaliga.ch  Zum Blog

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